Literatur
Eine immer älter werdende Gesellschaft, zunehmende Vereinsamung sowie ein höherer Pflegebedarf stellen unsere Gesellschaft vor viele Herausforderungen. Senior-Co-Housing Initiativen sind ein gutes Beispiel dafür, wie sich Menschen in der zweiten Lebenshälfte zusammenschließen und für ihre Interessen und Bedürfnisse aktiv werden. Diese gemeinwohlorientierten Gruppen bzw. Caring Communities profitieren von ihren kontinuierlichen sozialen Interaktionen und gegenseitigen Unterstützungsleistungen, die insbesondere sozialen Zusammenhalt, Gesundheit und Wohlbefinden stärken. Sie haben großes Potenzial, unterschiedliche kommunale Mehrwerte zu schaffen. Viele Projekte treten in einen aktiven Austausch mit ihrer Nachbarschaft und teilen Ressourcen über die Gemeinschaft hinaus. Während es in Wien bereits einige Senior-Co-Housing-Projekte gibt, wächst auch in anderen Teilen Österreichs das Interesse an solchen Gemeinschaften. Die Protagonist*innen dieser Projekte sind gut vernetzt – auch international – und Plattformen, wie die Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen, unterstützen den gegenseitigen Austausch und vertreten die Anliegen gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Was können wir aus deren Erfahrungen mit Blick auf eine alernde Gesellschaft für eine nachhalige Stadtentwicklung lernen?
Nachlese zur Exkursion am 24. April 2025 mit Vorträgen, Diskussionen und Besichtigungen von drei gemeinschaftlichen Wohnprojekten im Zentralraum von Niederösterreich, zu der die Klima- und Energieregion Schwarztal einlud. Die Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen organisierte die Exkursion.
Jetzt neu: Unsere Broschüre für Gemeinden & alle, die Wohnprojekte ermöglichen wollen
Was können Wohnprojekte für Städte und Gemeinden leisten?
Unsere neue Publikation gibt Antworten – und richtet sich an alle, die gemeinschaftliches Wohnen in ihrer Gemeinde möglich machen möchten: Bürgermeister:innen, Raumplaner:innen, zivilgesellschaftlich Engagierte, Projektgruppen. Mit Fallbeispielen, konkreten Tipps und Einblicken in 15 Jahre Erfahrung.
Wohnprojekte sind mehr als ein Wohnmodell – sie sind eine Chance für lebendige Orte und zukunftsfähiges Zusammenleben.
Gefördert unter anderem durch das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport.
Das Forschungsprojekt „Gemeinschaftliches Wohnen in alten Ortskernen“ untersucht, wie gemeinschaftliche Wohnprojekte dazu beitragen können, leerstehende Ortskerne in Niederösterreich zu beleben und neue Impulse für das Dorfleben zu setzen. Viele Ortskerne sind von Abwanderung, ungenutzten Gebäuden und fehlenden Begegnungsorten geprägt. Gleichzeitig wächst das Interesse an gemeinschaftlichen Wohnformen, die Naturnähe, soziale Vernetzung und nachhaltige Lebensweisen fördern. Ziel des Projekts war es, Leerstände durch Baugruppen zu aktivieren und Synergien zwischen neuen Bewohner*innen und der Ortsbevölkerung zu schaffen.
Die Ergebnisse zeigen, dass gemeinschaftliche Wohnprojekte eine nachhaltige Nachverdichtung ermöglichen, indem sie bestehende Gebäude und Infrastruktur nutzen, statt neue Siedlungen am Ortsrand zu errichten. Sie fördern die Integration neuer Bewohner*innen in die Dorfgemeinschaft und bieten durch Angebote wie Cafés, Kulturveranstaltungen oder Gemeinschaftsräume eine Belebung des sozialen Lebens im Ort. Dennoch gibt es Herausforderungen: Die Mobilisierung von Leerständen gestaltet sich oft schwierig, da viele Eigentümerinnen an ihren Liegenschaften festhalten. Zudem sind periphere Regionen ohne gute Verkehrsanbindung für viele Baugruppen wenig attraktiv. Auch die Bildung stabiler Baugruppen erfordert Zeit und klare Strukturen.
Drei Pilotprojekte wurden im Rahmen des Forschungsprojekts begleitet. In der Hofgemeinschaft Baumgarten soll ein alter Bauernhof schrittweise saniert und in ein gemeinschaftliches Wohnprojekt umgewandelt werden. Geplante Synergien mit dem Ort umfassen ein Café, Kulturveranstaltungen und einen Gemeinschaftsgarten. Das Projekt Wohnstrudel in Schönau an der Triesting nutzt ein ehemaliges Kindergarten- und Wohngebäude. Die junge Baugruppe lebt dort nach dem Modell einer Wohngemeinschaft und öffnet schrittweise Gemeinschaftsräume für die Ortsbevölkerung. Das Projekt MONA21 in Bad Vöslau ist ein großes Baugruppenprojekt auf einem ehemaligen Industrieareal. Neben generationenübergreifendem Wohnen stehen Gesundheits- und Kulturangebote im Fokus. Das Projekt ist Teil einer umfassenden Quartiersentwicklung mit öffentlicher Beteiligung.
Die Geschichte von Kolokation begann vor weit mehr als zehn Jahren. Sie begann mit einem Plakat namens „Wir suchen ein Haus“, mit einem ersten Gespräch. Mit Seminaren, mit Erzählungen, mit Beispielen. Mit dem Gedanken daran, wie das Leben im Alter aussehen wird, soll oder kann. Mit der Ahnung, dass es in Österreich Gleichgesinnte geben könnte, die an einer gemeinschaftlichen und selbstbestimmten Wohnform für Ältere interessiert sind. Schließlich mit der Gründung des Vereins – vor zehn Jahren. Zwei Koloks in Wien werden nun bereits bewohnt, weitere sind in Planung.
Warum Kolokation? Weil es so viele Ältere gibt, die allein sind und Gemeinschaft und Sicherheit suchen. Weil Wohnfläche und Energie verschwendet werden. Weil Solidarität und Zusammenhalt immer wichtiger werden. Weil Ältere für die Gesellschaft und für ihr Quartier nützlich sein können – und wollen.
Warum eine Publikation zu den ersten zehn Jahren? Weil wir, das Team von Kolokation, in dieser Zeit schon einige Erfahrungen sammeln konnten, die wir weitergeben wollen. Weil die Nachfrage um so vieles größer ist als das Angebot. Weil man rechtzeitig darüber nachdenken sollte, wie man im Alter wohnen will. Aber auch, weil noch viel zu tun ist. Weil der demografische Wandel und der Mangel an Pflegekräften dringend nach Lösungen verlangt, und wir dafür die Unterstützung der Entscheidungsträger und Entscheidungsträgerinnen brauchen.
Aber natürlich auch, weil wir allen, die an unserer mehr als zehnjährigen Geschichte beteiligt waren und die sich mit und für uns engagiert haben, unseren Dank aussprechen wollen.
Im Rahmen des vom Klima- und Energiefonds geförderten Forschungsprojekt Zinshaus X Baugruppe wurde eine Recherche zu gemeinschaftlichen Wohnprojekten im Altbau durchgeführt. Das Forschungsprojekt strebt an, neue Formen der Kooperation zwischen Zinshauseigentümer:innen und Nutzer:innen zu entwickeln und zwei Demoprojekte zu begleiten, die gemeinschaftliches und leistbares Wohnen in einem sanierten und dekarbonisierten Zinshaus ermöglichen.
Im Zuge der Recherche wurden Projekte aus Deutschland und Österreich analysiert, die als Vorbild für diese Demoprojekte dienen können. Die ausgewählten Projekte aus Deutschland wurden im Zuge einer Studienreise besucht oder Interviews durchgeführt. Zu allen Projekten wurde auf Basis von Recherche, Interviews und persönlichen Gesprächen mit Bewohner:innen und/ oder Eigentümer:innen eine Zusammenfassung erstellt.
Der Fokus der Recherche lag auf dem Aspekt des gemeinschaftlichen Wohnens im Altbau. Alle untersuchten Projekte zeichnen sich durch eine gemeinschaftliche Organisation und Wohnform in gründerzeitlichen Bestandsgebäuden aus. Die Eigentumsverhältnisse, die rechtliche Struktur, der Grad an Selbstorganisierung und in welcher Form die Bewohner:innen gemeinschaftlich leben, ist sehr unterschiedlich. Besonders bezüglich der rechtlichen Struktur wurde versucht, möglichst unterschiedliche Modelle im Recherchebericht zu erfassen. Auf die Rechtsmodelle Genossenschaft und HabiTAT (in Österr.) bzw. Mietshäusersyndikat (in Deutschland) wird am Ende des Berichts zusätzlich genauer eingegangen.
Auch das Thema Sanierung wurde bei der Recherche berücksichtigt. Hier ist jedoch anzumerken, dass die Projekte sehr unterschiedliche Ausgangslagen, Herausforderungen und Rahmenbedingungen (Zeitpunkt, Förderungen, rechtliche Lage) bezüglich der Sanierung hatten und die durchgeführten Sanierungen am jeweiligen Haus von kleineren baulichen Sanierungen bis hin zur umfangreichen energetischen und thermischen Sanierung reichen.
Die Ereignisse der multiplen Krisen haben zur Verunsicherung vieler Menschen beigetragen. Vereinsamung von Gesellschaftsgruppen und der steigende Druck auf leistbares Wohnen sind nur einige Auswirkungen der COVID-Pandemie und der Teuerung. Die Energie- und Klimakrise verdeutlicht stärker denn je, die Notwendigkeit (Wohn-)Gebäude ökonomisch und ökologisch nachhaltig zu konzipieren. Frau Elisabeth Gily hat sich in ihrer Masterarbeit konkreten Alternativen zum klassischen Wohnen in Einfamilienhäusern oder Wohnhausanlagen gewidmet. Co-Housing-Projekte bildeten hierbei die Ausgangsbasis. Dieses Wohnkonzept hebt sich nicht nur durch seinen sozialen Mehrwert hervor, sondern ist in der Lage einen positiven Beitrag zur Ökonomie und Ökologie zu leisten. Unter welchen Voraussetzungen gemeinschaftliche Wohnformen, wie Co-Housing-Projekte Potential entwickeln können, nachhaltigen Wohnraum, im Sinne einer sozialen, ökologischen und ökonomischen Nachhaltigkeit zu schaffen, werden in dieser Arbeit empirisch näher ergründet.
Kooperationen sozialer Träger für Housing First mit Baugruppen bieten im geförderten Wiener Wohnbau für alle Stakeholder*innen Chancen, Potentiale, Herausforderungen und Grenzen. Diese werden aus theoretischer und empirischer Sicht untersucht und in Kontext gesetzt, mit besonderem Fokus auf geflüchtete Menschen und Soziale Nachhaltigkeit. Darauf aufbauend werden Bedarfe und Handlungsempfehlungen für zukünftige Kooperationen abgeleitet.
Kollaborative Wohnkonzepte, Bauträgerwettbewerbe und der geförderte Wohnbau, sowie die Wohnungslosenhilfe werden zunächst theoretisch beleuchtet. Auch die Besonderheiten der Zielgruppe der geflüchteten Menschen für den Untersuchungsgegenstand werden dargelegt.
Die empirische Annäherung erfolgt qualitativ mit Schwerpunkt auf Interviews mit Expert*innen der Baugruppenszene, aus Sozialer Arbeit, Prozessbegleitung und Projektentwicklung. Die durch deren Analyse gewonnenen Erkenntnisse zeigen und begründen den Status Quo der Baugruppenkooperationen in Wien aus Sicht der Stakeholder*innen.
Darauf aufbauend werden zukünftige Perspektiven untersucht und Hypothesen für die weitere wissenschaftliche Auseinandersetzung aufgestellt. Handlungsempfehlungen und Bedarfe sollen dem geförderten Wohnbau und zukünftigen Kooperationen zu Gute kommen.
Seit Jahrzehnten bilden Einfamilienhaussiedlungen die Lebensträume vieler Menschen ab. Inzwischen kann jedoch klar belegt werden, dass diese Bau- und Lebensform die Klimakrise befeuert. Besonders der Energiebedarf der Gebäude und die erforderliche Mobilität sind dafür verantwortlich. Zusätzlich entstehen auch soziale Probleme durch Vereinzelung, Isolierung und Überforderung. Wie also sehen die Alternativen aus, und welche Entwicklungsmöglichkeiten haben bestehende Strukturen?
Ralf Aydt zeigt in diesem Buch auf Basis bestehender Forschung und bereits umgesetzter Praxisprojekte, wie nachhaltige Lebensformen in bestehenden ländlichen Einfamilienhaussiedlungen umsetzbar werden. Dafür verbindet er historisches und technisches Wissen mit soziologischen und psychologischen Aspekten. Denn bauliche Verdichtungen reichen nicht aus – vielmehr braucht es neue Nachbarschaftsstrukturen, die eine umfassendere Lebensqualität auf dem Land bieten können. Ein Buch für alle, die sich für neue Lebensmodelle interessieren oder auf Gemeinde- und Landesebene aktiv sind.
Im Rahmen des Forschungsprojekts MICOLL wurde das Potential gemeinschaftlicher Wohnmodelle für die langfristige Integration von geflüchteten Menschen untersucht. Im vorliegenden Berichts werden zentrale Ergebnisse aus einer Befragung von ausgewählten gemeinschaftlichen Wohnprojekten in der Region Wien vorgestellt, die Geflüchtete aufgenommen haben. Die Ergebnisse wurden bei einer Podiumsdiskussion „Gemeinschaftliche Wohnprojekte als Integrationsmotor?“ am 27.6.22 im Rahmen der IBA-Wien vorgestellt. Weitere Informationen zum Projekt MICOLL: Webseite MICOLL
In einer Zeit des gesellschaftlichen Aufbruchs plante die Werkgruppe Graz im Jahre 1965 die Terrassenhaussiedlung in Graz-St. Peter, die zwischen 1972 und 1978 gebaut wurde. Die Planer – Mitglieder der avantgardistischen Künstlervereinigung Forum Stadtpark – wandten sich gegen das verfestigte System des Wohnbaus, das von monotoner Gestaltung und Zersiedelung durch Einfamilienhäuser geprägt war. Sie vertraten den utopischen Anspruch einer Beteiligung der Bewohner*innen am Planungsprozess, der seine bauliche Entsprechung in einer strukturalistischen Grundstruktur mit anpassbaren Wohneinheiten findet. Internationale Anerkennung erlangte die Siedlung, die sich in vier terrassierten Blöcken aus Sichtbeton am Grazer Stadtrand erhebt, durch ihre brutalistische und skulpturale Erscheinung.
Gelebte Utopie liefert erstmals eine Sammlung von architekturhistorischen und -kritischen Texten über die Siedlung, gibt Einblicke in die Lebenswelten der Bewohner*innen und ist angereichert mit Originalskizzen, -plänen und -fotografien sowie mit künstlerischen Projekten.
Im Fachartikel wird der Mehrwert von gemeinschaftlichen Wohnprojekten und ihre Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen anhand von acht Dimensionen dargestellt.
Herausgeber:in: Initiative Gemeinsam Bauen & Wohnen
Handlungsanleitung und Entscheidungsgrundlagen im Kontext einer nachhaltigen Lebensraumgestaltung und Raumentwicklung in Vorarlberg
Mit diesem Leitfaden gibt die Regionalentwicklung Vorarlberg Gemeindeverantwortlichen eine Handlungsanleitung und Entscheidungsgrundlagen an die Hand, um gemeinschaftliches Bauen und Wohnen zu ermöglichen. Die Publikation ist sowohl für politische Entscheidungsträger*innen wie Bürgermeister*innen, Gemeindevertreter*innen und Mitglieder der Bau- oder Raumplanungsausschüsse wie auch Verwaltungsmitarbeiter*innen der betreffenden Fachbereiche wie Bauamt, Raumplanungsamt oder Dorfentwicklung relevant. Auch für Personen, die in anderer Funktion mit dem Thema zu tun haben wie Planer*innen, Interessent*innen und politische Entscheidungsträger*innen auf Landesebene bietet der Leitfaden viele lesenswerte Informationen.
Leitfaden für das Gelingen von zukunftsfähigen Mobilitätsmaßnahmen und Shared-Mobility auf Basis von Erfahrungen aus gemeinschaftlichen Wohnprojekten und von innovativen Bauträgerprojekten. Der Leitfaden richtet sich an Bauträger, Auftraggeber:innen von Wohnbauten, Planer:innen, Berater:innen, Baugruppen und gemeinschaftliche Wohnprojekte und Interessierte.
Erstellt von der Initiative Gemeinsam Bauen und Wohnen im Auftrag des Programms klimaaktiv mobil
Waren es früher vorwiegend Aussteiger und Hippies, die gemeinschaftliche Wohnprojekte gründeten, so ist das Thema heute in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Immer mehr Menschen folgen ihrer inneren Sehnsucht nach einem anderen Leben, raus aus der drohenden Vereinsamung in der Singlewohnung oder der Enge einer Kleinfamilienbehausung. Leider scheitert immer noch ein Großteil der Projektideen an unzähligen Hürden.
Dieses Buch richtet sich an Interessent:innen für Wohnprojekte, an Gründer:innen und Berater:innen. Neben konkreten und erfrischend ideologiefreien Anleitungen, erprobtem Praxis-Know-How und mutmachenden Anekdoten, finden Sie gut umsetzbare Tipps und Tricks inklusive zahlreicher Downloads für die erfolgreiche Verwirklichung ihrer Träume. Interviews mit Expert:innen zu den Themen Gemeinschaftsbildung, Organisation, Finanzierung, Rechtsformen und Architektur runden das Buch ab und machen es zum wertvollen Ratgeber und Begleiter in der Praxis.
Gratis Leseproben, weitere Infos und Bestellmöglichkeit unter:
Im Fokus der Studie stehen das gemeinschaftsorientierte, das produktive und das adaptive Wohnen. Damit werden drei wesentliche Trends eines neuen sozialen Raumgefüges aufgegriffen, die auf die Bedarfe nach mehr Gemeinschaft, einer klugen Verbindung von Wohnen und Arbeiten sowie Flexibilität und Anpassbarkeit des Wohnraumes reagieren. Das Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung umfasste eine empirische Untersuchung anhand von zwölf impulsgebenden Projekten, die in eine Erörterung des Paradigmenwechsels zu den Funktionen des Wohnens eingebettet werden. Auf diese Weise wird der Einfluss veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen deutlich und es wird erkennbar, welche Optionen für das Wohnen der Zukunft abgeleitet werden können. Die drei Maßstabsebenen Wohnung, Haus und Quartier erlauben zugleich eine präzise Untersuchung der Lösungsansätze. Elf Interviews mit Expert:innen aus Wissenschaft und Praxis ergänzen die Analyse um weitere Perspektiven. Prof. Dr. Susanne Dürr und Dr. Gerd Kuhn ist es gelungen, bedeutsame und analytisch fundierte Erkenntnisse zu gewinnen, die weit über eine Beschreibung neuer Wohnformen hinausreichen.
Die vorgestellten Wohnprojekte in Wien entstanden aus dem Wunsch, Lebenskonzepte zu entwickeln, die den Gemeinschaftssinn stärken und zu einer solidarischen Gesellschaft beitragen – Baugruppen und partizipative Projekte, Quartiershäuer, temporäre oder permanente soziale Wohn- und Arbeitsformen für Randgruppen wie Obdachlose und Asylberechtigte.
Privatwohnungen können verkleinert werden, wenn es mehr gemeinsam genutzte Flächen gibt. Das reduziert den Bedarf an Grund und Boden und gibt dem Gemeinschaftsleben Spiel- und Möglichkeitsräume. Die Kürzel der Baugruppe B.R.O.T. tragen ihr Programm im Namen: Begegnen, Reden, Offen sein, Teilen. Bei diesen Wohn- und Lebensmodellen geht es um Alternativen zum kapitalistischen Investorendenken. Die Nutzer bringen sich ein, auch bei der Projektplanung.
Ulrike Schartner und Alexander Hagner von gaupenraup+/- erläutern in einem einführenden Interview Ausgangslage und Strategien ihrer Arbeit. Robert Temel und Isabella Marboe zeigen in zwei Essays die Entwicklung gemeinschaftlicher Bau- und Wohnformen anhand wichtiger Vorläufer und Tendenzen auf.
Architektur ist für Burckhardt Medium und nicht Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse. Gleichzeitig gibt das Buch Anstoss, um Burckhardts Wirken und Wirkung in der Schweizer Architekturgeschichte neu zu bewerten. Schliesslich wird die Aktualität von Burckhardts Denken und Wirken aufgezeigt: Seine Forderung, Bauen stets als Weiterbauen zu verstehen, hat mit Blick auf das Ziel der Innenentwicklung und des schonenden Umgangs mit bestehenden
Ressourcen eine große Dringlichkeit.
Come Together erforscht das Warum, das Was, das Wo und – vielleicht am wichtigsten – das Wie von Häusern, die es schaffen, für alle Generationen lebenswert zu sein. Neu ist jedoch die Art und Weise, in der Architekten auf der ganzen Welt diese Form des Wohnens wieder aufgreifen, und zwar auf zunehmenden Wunsch der Bevölkerung. Während im 20. Jahrhundert das Einfamilienhaus für die Kernfamilie und Junggesellenwohnungen im Vordergrund standen, entscheiden sich heute immer mehr Familienschichten für das Zusammenleben.
Mehr denn je gilt es das Thema Wohnen neu zu denken. Zukunftskonzepte zielen auf die Entwicklung umweltfreundlicher Materialien und energiesparender Technologien. Dazu kommen Ideen für kostengünstiges, einfaches Bauen, alternative Formen des Zusammenlebens. Einiges ist Realität, anderes noch Vision – um beides geht es in diesem reich bebilderten Band.
Das Projekt wurde im Auftrag des deutschen Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) durchgeführt. Untersucht wurde das Thema anhand von 10 Fallbeispielen in Deutschland, Österreich und der Schweiz: OurHaus Leipzig, Kohlenrutsche Wien, Siedlung Orenberg Ossingen, Familienhaus Basel, Hagmann-Areal Winterthur, Generationenhaus Krumbach, MiKa Karlsruhe, Mehrgenerationenwohnen München Forstenried, LebensTraum Berlin, Tempelhof Crailsheim.
Gemeinschaftliches Wohnen und selbstorganisiertes Bauen bieten neue Antworten auf die aktuellen Herausforderungen im Wohnungswesen. Seit vielen Jahren haben Baugruppen und Hausprojekte in zahlreichen Ländern Erfahrungen in der gemeinschaftlichen Planung gesammelt, neue Wohnformate entwickelt und unkonventionelle Formen gemeinschaftlichen Wohnens erprobt. Das gilt insbesondere für Initiativen, die mit selbstorganisierten Planungsprozessen, einer nicht gewinnorientierten Bewirtschaftung und kollektiver Verantwortung gemeinschaftliche Wohnformen entwickeln und nutzen. Diese Publikation möchte aufzeigen, wie Nischen innerhalb des kapitalistischen Systems genutzt werden können und welche Ansätze es darüber hinaus gibt . Darum finden sich neben Beiträgen über das Wohnen und Bauen im engeren Sinne auch solche über Commons, Solidarische Ökonomien, Eigentum, Dekommodifizierung oder alternative Finanzierungsinstrumente. Der Band entstand im Rahmen eines Fellowships an der TU Wien zum Thema „Neues soziales Wohnen“.
Am Beispiel von sechs europäischen Städten, Berlin, Hamburg, Paris, Lyon, Amsterdam und Groningen, wird beschrieben, wie sich die Identität und das Selbstverständnis einer Stadt sowie ihre Entwicklung in ihrer Stadtplanung unter der Teilnahme der Bürgerschaft spiegelt. Es möchte dazu motivieren, Bürgerbeteiligung mehr mit einzubeziehen, da dadurch die Bewohnbarkeit einer Stadt, und damit ihr Stand im Ranking der Städte verbessert wird und so eine stärkere Identifizierung der Bürger mit ihrem Wohnort erlaubt.
Kosteneffizientes Entwickeln und Planen von Quartieren und Geschosswohnungsbau gewinnt angesichts zunehmender Knappheit an städtischem Boden und steigender Grundstücks- und Baupreise immer stärker an Bedeutung. In ihren fachspezifischen Beiträgen erläutern die Autoren Schritt für Schritt, auf welche »Stellschrauben« es beim Ressourcen- und kosteneffizienten entwickeln und planen von Stadtquartieren und Wohnungsbau ankommt. Mit Beispielen aus der Praxis wird anschaulich dargestellt, dass die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller am Bau Beteiligten ein Schlüssel zur erfolgreichen Projektumsetzung ist.
Dieses Buch richtet sich an Studierende und Architekten:innen, die eine ressourcenschonende, energieeffiziente und wirtschaftliche Entwurfspraxis von der ersten Idee bis zum Bauantrag vertiefen wollen.
Transformative Partizipation beschäftigt sich mit Beteiligungsprojekten für verschiedene Großwohnsiedlungen in Deutschland und Österreich. Akteur*innen aus Architektur, Stadtplanung, Soziologie, Geschichtswissenschaft und Kunst denken anhand konkreter Fallbeispiele über aktuelle und historische Formen der Partizipation nach. Sie fragen, welche Ideen und Ziele die jeweiligen Formate prägten und welche Institutionen dabei entstanden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf künstlerischen Formen der Partizipation und deren Potenzial, Reflexionsprozesse über Identität und Image der Siedlungen in Gang zu bringen und so längerfristig zu ihrer Transformation beizutragen. Ziel der Publikation ist es, die Weiterentwicklung partizipativer Konzepte zu unterstützen, ihre Verbreitung zu fördern und ihre Verankerung in der Praxis zu festigen.
Gemeinschaftliche Wohnprojekte bieten ihren Bewohner*innen viele Vorteile gegenüber traditionellen Wohnformen. Sie fördern Teilhabe, Mitbestimmung und verhindern soziale Vereinsamung, besonders im Alter. Alltagsnahe Nachbarschaftshilfen erleichtern das Leben und stärken die Selbstständigkeit.
Gleichzeitig entstehen im Zusammenleben unvermeidlich zwischenmenschliche Herausforderungen. Unterschiedliche Erwartungen, Bedürfnisse und Kommunikationsformen führen häufig zu Konflikten, wodurch idealisierte Vorstellungen des gemeinschaftlichen Wohnens relativiert werden. Um mit den Spannungen zwischen Zugehörigkeit und Abgrenzung oder Solidarität und Eigeninteresse konstruktiv umzugehen, benötigen Bewohner*innen Toleranz, Selbstreflexion und Lernbereitschaft.
Auch die Wohnprojekte selbst müssen Strukturen schaffen, die Konfliktfähigkeit fördern, Konflikte früh erkennen und bei Bedarf externe Unterstützung einbinden. Für Mediator*innen ergibt sich daraus ein vielfältiges Arbeitsfeld: von typischen Nachbarschaftskonflikten über Fragen der Selbstverwaltung bis zu generationenbedingten Spannungen. Mit geeignetem Fachwissen können sie zudem präventiv beraten und zur Entwicklung einer offenen Konfliktkultur beitragen.
Das Einfamilienhaus ist nach wie vor die beliebteste private Wohnform. Dabei ist es noch relativ jung. Es entstand als Arbeiterhaus im 19. Jahrhundert, seinen ersten Höhepunkt erlebte in den 1970er-Jahren. Bauwirtschaft, Landbesitzer und Gemeinden profitierten zunächst vom privaten Bauboom; Raumplanungsauflagen wurde aber unterlaufen.
Heute sehen wir die Konsequenzen: Die Agglomerationen sind zersiedelt durch Einfamilienhaussiedlungen mit geringer Dichte. Die Kosten für Bau und Erhalt der Infrastrukturen belasten die Gemeinden. Hinzu kommt, dass viele Hausbesitzer der «Babyboomer»-Zeit heute alt und nicht mehr in der Lage sind, Haus und Garten zu führen, sodass mit ihrem Wegzug auch Leerstände entstehen.
Wie also können Einfamilienhausquartiere fit gemacht werden für eine nachhaltige zukünftige Nutzung? Wie bleiben sie attraktiv für ihre Bewohner und junge Familien?
Unser Umgang mit Grund und Boden beeinflusst Architektur und Stadtentwicklung massgeblich. Im letzten Jahrzehnt haben die Privatisierung von urbanem Boden sowie die Spekulation damit dramatisch zugenommen. Viele europäische Städte, die einem hohen Entwicklungsdruck unterliegen, verfügen selbst über so gut wie keinen baufähigen Bodenvorrat mehr. Angesichts der akuten Wohnungsnot stellt sich somit die Bodenfrage erneut: Inwiefern vermögen wir es, Boden als gemeinschaftliches Gut zu behandeln und ihn den Exzessen des Kapitalismus zu entziehen?
Architektur auf gemeinsamem Boden geht dieser Frage umfassend auf den Grund, indem es einen historischen Überblick liefert und dabei den Bogen von Henry George bis in die gegenwärtige Zeit spannt. Interviews mit globalen Akteuren geben Aufschluss über den heutigen Umgang mit der Bodenfrage. Das Buch zeigt herausragende Projekte, denen entweder eine rechtliche oder eine räumliche Trennung von Grund und Boden zugrunde liegt. Es liefert somit einen wertvollen Beitrag zur aktuellen Diskussion über eine nachhaltige Bodenpolitik.
Die Publikation zum Forschungsprojekt der Allgemeinen Ressortforschung „Baukultur für das Quartier. Prozesskultur durch Konzeptvergabe“ untersuchte die Frage, inwieweit die Baukultur im Quartier durch Konzeptverfahren im breiteren Sinn beeinflusst und verbessert werden kann. Anhand von elf Best-Practice-Beispielen wurde das Spektrum der Konzeptvergabe als Teil der kommunalen Liegenschaftspolitik untersucht: Im Ergebnis sind Handlungsempfehlungen entstanden, die aufzeigen, wie Konzeptverfahren zum Beispiel durch niedrige Einstiegsschwellen, die Begutachtung durch ein Fachgremium und Qualitätssicherung zu einer hohen baukulturellen Qualität führen können. Die Publikation bietet den ersten bundesweiten Überblick zu diesem in großen Teilen noch ungeübten Verfahren und liefert wichtige Hinweise, wie Baukultur, bezahlbares Wohnen und eine qualitative Stadtentwicklung zusammengehen können.
Der Boden ist unser kostbarstes und vor allem ein nicht vermehrbares Gut. Ein sorgloser oder kapitalgetriebener Umgang mit dieser Ressource hat die Zersiedelung beschleunigt. Die fortschreitende Versiegelung des Bodens trägt zur Klimakrise bei und gefährdet die Ernährungssicherheit. Die Hortung von Grundstücken und die Spekulation verteuern das Wohnen und führen zu schleichender Privatisierung des öffentlichen Raums. Schwache oder nicht angewandte Instrumente der Raumplanung, steuerliche Fehlanreize und eine weithin mutlose Politik schreiben den Status quo fort, anstatt Visionen für die Zukunft zu entwickeln.
Anschaulich und konkret, kritisch und manchmal auch unfreiwillig absurd erläutert Boden für Alle die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Hintergründe. Fallstudien und Begriffserklärungen bringen Licht in das Dickicht der Zuständigkeiten. Ländervergleiche veranschaulichen Stärken und Schwächen verschiedener Modelle, und internationale Best-Practice- Beispiele zeigen Alternativen auf. Eine Sammlung von bereits bestehenden und möglichen neuen Instrumenten weist Wege zu einer Raumplanung, die die Ressource Boden schont, den Klimawandel abfedert, der Wohnungsfrage hilft und eine gute Architektur ermöglicht.
Das Wohnen ist heute in mehrfacher Hinsicht zum Problemfall geworden. Das veranschaulicht der Architekt und Stadtplaner Ernst Hubeli in dieser pointierten Streitschrift, die die Wohnungsfrage, schon von Friedrich Engels gestellt, für das 21. Jahrhundert neu verhandelt. Ein Problemfall ist das Wohnen in architektonischer Hinsicht: Die Vielfalt unserer Lebensentwürfe passt längst nicht mehr in den Einheitsbrei von 3-Zimmer/Küche/Bad. Vor allem aber hat der Gebrauch beziehungsweise Verbrauch von Boden in den letzten zwanzig Jahren eine soziale und ökonomische Krise der Städte ausgelöst und deren Peripherien veröden lassen. (…)
Neue Konzepte für unser Zusammenleben sind dringend erforderlich, um auf die wachsende gesellschaftliche
Ungleichheit, die Auflösung klassischer Arbeits- und Familienstrukturen oder die Ausprägung vielfältiger sozialer Beziehungsmuster zu antworten. GAM.16 versteht Raumbildungen als durchlässigen Rahmen für sozialräumliche Strukturen in architektonischer, soziologischer und kultureller Hinsicht und möchte das Bewusstsein für gemeinschaftliche Ressourcen wieder stärker ins Zentrum des gesellschaftspolitischen Diskurses rücken. Unter dem Titel „gewohnt: un/common“ plädiert GAM.16 für gemeinschaftlich orientiertes Wohnen und stellt kollaborative und koproduktive Organisationskonzepte für das Wohnen als räumliche Praxis vor.
Wie können Städte angesichts aktueller Veränderungen inklusiv, lebenswert und leistbar bleiben und welchen Beitrag kann eine umfassende Quartiersentwicklung dazu leisten?
Neben Voraussetzungen, Ideen und Auswirkungen des Neuen Wohnens werden neuartige Bautechniken, Haustypen, Grundrissformen oder technische Errungenschaften vorgestellt, etwa die Einbauküche. Im Jubiläumsjahr »Bauhaus 100« richtet sich der Blick zudem auf innovative Raumausstattungen und Einrichtungsgegenstände der Zwischenkriegszeit in Wohnsiedlungen und Privathäusern.
Im Rahmen der Arbeit wurden Organisationsmodelle von gemeinschaftlichen Wohnprojekten (bzw. Gruppenwohnprojekten, Baugruppen oder Cohousing-Projekten) und deren Relevanz für das Wohlbefinden der Bewohner*innen betrachtet. Die Ergebnisse zeigen, dass neben dem Organisationsmodell auch andere Faktoren wie z.B. Individualität und Selbstbestimmtheit, Gemeinschaft, die Wohnqualität, die Architektur oder persönliche Beziehungen für das Wohlbefinden wichtig sind. Die Möglichkeit der Partizipation auf freiwilliger Basis, gegenseitige Unterstützung im Alltag und Sharing-Angebote sind weitere wichtige Wohlbefindensfaktoren. Das Organisationsmodell soll die Mitgestaltung und Beteiligungsmöglichkeiten sicherstellen, Sicherheit vermitteln, Flexibilität gewährleisten, entlasten hinsichtlich des Aufwands bei der Selbstverwaltung, Gemeinschaftsbildung einen Stellenwert geben und einen Rahmen für Konfliktbewältigung vorsehen. Leitbilder im Sinne einer Orientierung, vielfältige Entscheidungsfindungsmethoden, Arbeitsteiligkeit und klare Entscheidungsbefugnisse und die Nutzung unterschiedlicher gemeinschaftsbildender Instrumente können das Vertrauen stärken und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken.
Der Fokus dieses Bandes liegt auf aktuellen Experimenten der japanischen Architekturwelt. Präsentiert werden Wohnmöglichkeiten, die thematisch gestaltet sind und neben privatem Wohnraum große Gemeinschaftsbereiche zur Verfügung stellen. Diese ermöglichen den Bewohnern zahlreiche Aktivitäten, wie das gemeinsame Kochen, Urban Farming oder auch die Gründung eines Start-ups sowie die Erfahrung neuer Raum-Ergonomien.
Die Wohnungsfrage ist als Herausforderung zurück. Bund, Länder und Kommunen können auf schnell wachsende Engpässe in der Wohnungsversorgung nur begrenzt reagieren. Sie suchen dafür nach Strategien und Handlungsoptionen, deren Umsetzung und Wirksamkeit jedoch oft sukzessive erfolgen. Das ist problematisch, wenn die gestiegene Nachfrage in besonders beliebten Stadtteilen zu ökonomischen und kulturellen Verdrängungsprozessen führt, die sich auf die Perspektiven dieser Quartiere und den sozialen Frieden in einer Stadt auswirken. Oder wenn der Mangel an kostengünstigem Wohnraum ein erhöhtes Armutsrisiko erzeugt, das inzwischen nicht mehr nur für Familien mit Kindern und Alleinerziehende gilt, sondern auch für Ältere und für Menschen mit fragmentierten Erwerbsbiographien. Klar ist, dass Lösungen weder ausschließlich über den Neubau von Wohnungen gefunden werden können noch durch die öffentliche Hand allein. Erforderlich ist sowohl eine Einbeziehung des Wohnungsbestands, vor allem für eine Versorgung mit kostengünstigem Wohnraum, als auch eine Ausweitung der beteiligten Akteure. Anregungen und Konzepte, die in diese Richtung weisen können, sind in den letzten Jahren in gemeinschaftlich konzipierten und realisierten Wohnprojekten entstanden. Hier wurden grundsätzliche Fragen zum Wohnen und zur Lebensqualität aufgegriffen: Das Verhältnis von Privatheit und Öffentlichkeit, die Balance zwischen individuellem Lebensentwurf und kollektiver Verantwortung oder der Ausgleich von persönlichen Interessen und gelebter, aktiver Nachbarschaft. Die Wüstenrot Stiftung hat ein Forschungsprojekt in Auftrag gegeben, das Impulse aus diesen Projekten als Möglichkeiten für eine verbesserte Wohnungsversorgung untersucht. Die vorliegende Publikation fasst zusammen, welche Erkenntnisse sich aus den quantitativen und qualitativen Standards, die oft von neu gegründeten Genossenschaften mit ihren Mitgliedern ausgehandelt wurden, für den allgemeinen Wohnungsbau gewinnen lassen.
Das Freidorf ist eine einzigartige Genossenschaft in Muttenz/Basel von nationaler Ausstrahlung. Hier entstand vor 100 Jahren die Vision einer Genossenschaft im Geist der Pioniere von Rochdale, umgesetzt von Bernhard Jaeggi, entworfen und gebaut von Hannes Meyer, der später diese Vorstellungen im Bauhaus einführte. Die Gründer verfolgten eine Idee des Gemeinsamen, der Selbstversorgung und der Selbstverwaltung. Das Freidorf wurde zu einer Vorzeige-Genossenschaft und der Antrieb für weitere. Und auch heute ist das Freidorf ein lebendiger Organismus, der sich stets aufs Neue erfindet. Die reich bebilderte und mit originalen Bauplänen versehene Publikation behandelt Aspekte der Architektur- wie auch der Sozialgeschichte.
Das Buch erzählt die Geschichte des gemeinschaftlichen Wohnens von ca. 1850 bis heute. Drei Motive des Teilens – die ökonomische, politische und soziale Intention – gliedern die Wohnobjekte, die einer historischen Analyse unterzogen und in neun Entwicklungsphasen geordnet werden. Im Vergleich untersucht die Autorin unterschiedliche Nutzungen, ihre Entstehungsformen und deren Entwicklungslinien bis heute, und zeigt so, wie das alltägliche Zusammenleben und die Abstufung der Wohn-Intimität in Europa praktiziert werden
Die Autorin beschreibt ein privates Wohnprojekt in der Schweiz, das nachbarschaftliche Begegnungen und ein lebendiges Miteinander fördert.
Diese Ausgabe 434 beobachtet, seziert und befragt eine Auswahl von architektonischen und urbanen Typologien, die an eine alternde Bevölkerung angepasst sind. Wie können wir diesen jungen alten Menschen helfen, vor Ort, nicht weit von ihrem Wohnort entfernt, zu altern, ohne sie zu entwurzeln? Welche Wohnungen und Dienstleistungen sollten dieser alternden Bevölkerung angeboten werden?
https://www.zeitschrift-wohnen.ch/
In zehn Ausgaben pro Jahr berichtet die Zeitschrift Wohnen über den genossenschaftlichen Wohnungsbau in der Schweiz.
Bezahlbarer Wohnraum ist das soziale Thema unserer Zeit. Immer mehr Menschen stellt sich die bange Frage, wie lange sie sich ihr Heim noch leisten können. Nicht nur in Großstädten zeigen die Preise nur noch nach oben. Die bisherigen politischen Maßnahmen, wie etwa die Mietpreisbremse, erweisen sich als stumpfes Schwert im Kampf gegen die scheinbar unaufhaltsame Verteuerung des Wohnens. Den eigentlichen Grund hinter den steigenden Preisen hat lange Zeit kaum jemand wahrgenommen: nämlich die explosive Steigerung der Baulandpreise. Erst Hans-Jochen Vogels beharrlicher Kampf setzte das Thema wieder auf die Tagesordnung: Die massive Spekulation mit steigenden Grundstückspreisen führte deutschlandweit in den letzten Jahrzehnten zu einer Erhöhung der Baulandpreise um 1900 Prozent. Hans-Jochen Vogel streitet seit Jahrzehnten für eine Bodenrechts-Reform, um der ungebremsten Zockerei mit Grundstücken Einhalt zu gebieten und setzt in seinem Buch das Thema soziale Gerechtigkeit wieder ganz oben auf die politische Agenda. Er macht klar: Boden ist keine beliebige Ware und im Umgang mit ihm muss das Gemeinwohl die Regeln des Marktes zurückdrängen. Für Hans-Jochen Vogel ist dies ein Gebot der Gerechtigkeit.
Der Verein Neustart Schweiz beschreibt in seinem Buch, wie wir endlich nach Hause kommen können, nach Hause von unserem Ausflug in eine Welt der Ausbeutung, der Gewalt und der Umweltzerstörung. Öko-logie bedeutet ja eigentlich: wie bringen wir das Haus (oikos) in Ordnung. Das Haus, das ist aber nicht nur unsere neue Nachbarschaft, sondern die ganze Welt.
Klaus Englert präsentiert eine fundierte Analyse zu einem aktuellen Thema, das jeden von uns betrifft. Kenntnisreich zeichnet er die Entwicklung des modernen Wohnens seit dem Ende des 19. Jahrhunderts nach und skizziert, in welche Richtung sich Wohnarchitektur heute und in der Zukunft entwickelt, vom Aktivhaus bis hin zum »Dachacker«. Interviews mit internationalen Architekten, u. a. mit Winy Maas und Werner Sobek, informieren aus erster Hand darüber, wie sie sich die städtischen Lebensräume der Zukunft vorstellen.
Das wohnlabor gestaltete im Rahmen des Architektursommers 2018 eine bunte und intensive Woche mit dem Ziel, zu erkunden, wie wir als Gesellschaft in Zukunft wohnen wollen. Die Erkenntnisse aus dem Workshop mit BewohnerInnen und den Gastbeiträgen von ExpertInnen aus Forschung und Praxis zeigen, wie Leben in Gemeinschaft gelingen kann. Das Buch skizziert anhand konkreter Beispiele die Vielfalt des Wohnens und regt an, die Gestaltung unserer Wohn- und Lebensräume gemeinsam in die Hand zu nehmen.
Ausschlaggebend für das Auftauchen der Wohnungsfrage Mitte des 19. Jahrhundert waren die elenden Wohnverhältnisse der ArbeiterInnenklasse. Wohnraum war in den stark wachsenden Städten zur Ware geworden. Heute berührt die Wohnungsfrage Fragen der Ökonomie und Politik, der Ökologie und Nachhaltigkeit, der Architektur und Soziologie gleichermaßen. Der Schwerpunkt von dérive 77 wirft Schlaglichter auf einzelne dieser Aspekte: die Selbstorganisation von MieterInnen in den USA, Wohnbau-Genossenschaften in Zürich, Wohnungsfrage von rechts (Afd, FPÖ), der Wohnrechtskonvent für ein neues österreichisches Wohnrecht, Wohn- und Obdachlosigkeit, Wiener SiedlerInnenbewegung. Für den Magazinteil hat Andreas Zeese einen Artikel über den Phorusplatz, einen vergessenen Wiener Stadtraum verfasst. Ein weiterer Beitrag informiert über den Status Quo der Kampagne SOS Nordbahnhalle. Das Kunstinsert Für die Vögel stammt von Claudia Märzendorfer.
Lisa Frohn stellt zahlreiche Wohnprojekte und die Menschen dahinter vor, sie wirft ein Licht auf Herausforderungen und Hindernisse, erzählt Erfolgsgeschichten und ermutigt dazu, selbst aktiv zu werden. In diesem Buch zeichnet sie ein lebendiges Panorama anderen Wohnens und neuer Gemeinschaftlichkeit.
Neue gemeinschaftliche Formen des Zusammenlebens
Die vorgestellten Wohnprojekte in Wien entstanden aus dem Wunsch, Lebenskonzepte zu entwickeln, die den Gemeinschaftssinn stärken und zu einer solidarischen Gesellschaft beitragen – Baugruppen und partizipative Projekte, Quartiershäuser, temporäre oder permanente soziale Wohn- und Arbeitsformen. Die Nutzer bringen sich ein, auch bei der Projektplanung.
Kompass für gemeinschaftliche Projektentwicklung
Die Orientierungshilfe für kollektives Leben und Arbeiten von Eva Stütze vom Ökodorf „Sieben Linden“ ist als Buch Anfang April erschienen. Auf 240 bunt illustrierten Seiten wird der „Gemeinschaftskompass“ vorgestellt und seine verschiedenen Hintergründe und Anwendungsmöglichkeiten erläutert.
Vorwort des Förderungsgebers
Eine Wohnung ist mehr als „ein Dach über dem Kopf“. Die eigenen vier Wände sind der Ort des Zusammenkommens mit Familie und Freunden und gleichzeitig der Ort der Erholung. Unser Ziel ist es, dass alle Generationen in Niederösterreich gut, sicher und leistbar wohnen können. Mit dem Wohnbaudarlehen des Landes stellen wir sicher, dass unsere Landsleute zu gesicherten und günstigen Bedingungen in ihre Wohnzukunft investieren. Mit unterschiedlichen Fördermodellen erleichtern wir beides: sofortigen Eigentumserwerb ebenso wie über „Miete mit Kaufoption“ die Übernahme einer Mietwohnung ins Eigentum nach zehn Jahren. Denn Wohnungseigentum steht für bleibende Werte und für persönliche Vorsorge über kostengünstiges Wohnen in späteren Jahren. Mittlerweile stehen in 9 von 10 Gemeinden geförderte Wohnungen des Landes Niederösterreich – angepasst an die Bedürfnisse der Menschen. Etwa im Rahmen unserer Sonderform „Betreutes Wohnen“ wird besonders die ältere Generation unterstützt, wenn es darum geht, das Zuhause auf die sich ändernden Bedürfnisse umzurüsten. Diese Wohnform ist ein essentieller Teil Niederösterreichs auf dem Weg zur „sozialen“ Modellregion.
Wohnen in Niederösterreich ist zudem nachhaltig. Wir legen Wert auf eine umweltschonende und energiesparende Bauweise, die mit einer technisch hochwertigen Ausführung verknüpft ist. Das senkt die Betriebskosten für die Bewohner und dient einer langen Lebensdauer der Gebäude.
Die eigenen vier Wände sind ein Wohlfühlort. Dieselben Funktionen verbin- den die Menschen mit dem eigenen Garten. Dementsprechend entfalten Wohnbauten und -anlagen noch mehr Potential, wenn Architektur und Freiraumgestaltung harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Das Grün vor der Haustüre mit attraktiven Schattenplätzen oder Verweilzonen hebt nicht nur das Wohlbefinden, sondern bietet in Zeiten des Klimawandels auch messbare Verbesserungen für uns Menschen. Zudem steigern Gärten und Grünflächen den Wert der Immobilie. Denn der grüne Freiraum, sei es der Garten oder auf Balkon, Terrasse oder im Gemeinschaftsgarten, hat in jüngster Vergangen- heit stark an Bedeutung gewonnen. Gemeinsam mit den Gemeinnützigen Bauvereinigungen und unseren Partnern arbeiten wir täglich daran, lebenswerte und leistbare Wohnräume für unsere Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher zu schaffen.
Die Grundregeln eines Bauens, das Bestand hat und nach Jahrzehnten noch funktioniert, werden als Perspektive für eine zukunftsfähige Wohnarchitektur entfaltet. Anhand von historischen und zeitgenössischen Beispielen zeigt das Buch, dass eine kontinuierliche Entwicklung zu gestalterisch und funktional dauerhaften Wohnbauten auf höchstem Niveau führt
Die Frage „Wem gehört der Boden?“ ist für alle Gesellschaften zentral, weil die Ressource Raum genauso lebensnotwendig ist wie Luft und Wasser. Und doch wird die Bodenfrage von Architekt_innen selten explizit behandelt. Liegt es daran, dass sie „in erster Linie eine Illusion des Politischen produzieren, nicht zuletzt, weil sie ihre Projekte realisiert sehen möchten“? Was tun? Wenig, weil es keine andere Alternative gibt als den Boden zu politisieren. Viel, weil bisher noch jeder daran gescheitert ist. Diese Ausgabe will dazu beitragen, die Vorstellungsorientierung hinsichtlich des Grundes der Stadt zu verändern.
In: Hans-Werner Franz und Christoph Kaletka (Hrsg.): Soziale Innovationen lokal gestalten.
Alt werden in der eigenen Wohnung, im Quartier, in der Stadt – so lautet das maßgebliche Leitbild für die Stadtentwicklung im demografischen Wandel. Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft und Praxis beschäftigen sich in zwölf Beiträgen mit den vier Themenfeldern Wohnen und Leben im Alter, alters- und generationengerechte Quartiersentwicklung, gemeinschaftliche Wohnformen sowie Partizipation und Kooperation für altersgerechte Quartiere.
Experimentelle Wohnformen – CoHousing Cultures – kommen immer mehr im Mainstream an. Aber inwieweit sind sie zugänglich und leistbar für alle: Menschen mit unterschiedlichen Einkommenslagen, mit und ohne Fluchterfahrung, mit und ohne Behinderung?
Das Buch beinhaltet kritische Betrachtungen von Modellprojekten einer bunten europäischen Bewegung, aufbereitet mit Fotos und Illustrationen. Politische und finanzielle Bedingungen für eine bessere Umsetzung werden erörtert und durch eine Reihe von Stimmen, die vielversprechende Strategien bereithalten, ergänzt.
Das Buch präsentiert eine neuerliche Analyse dieses Wohnmodells aus dem Jahr 2016 sowie eine umfassende Studie über das Zusammenleben in seit 2000 entstandenen Wohnanlagen von Joachim Brech und Heidrun Feigelfeld. Beiträge von Herbert Ludl, August Gächter, Margrit Hugentobler/Marie Glaser (CH), Wolfgang Förster und Walter Weiland erweitern das thematische Spektrum.
In: Barbara Schönig, Justin Kadi und Sebastian Schipper (Hrsg.): Wohnraum für alle?! Perspektiven auf Planung, Politik und Architektur.
Sind gemeinschaftliche Wohnprojekte eine Antwort auf drängende Fragen wie Vereinsamung, hohe Mieten und Ressourcenverschwendung? Barbara Nothegger zeigt anhand von vergleichbaren Häusern in Deutschland und der Schweiz, wie gute Nachbarschaft zu mehr Lebensqualität führt, und schildert humorvoll, wie sie in ihrem Wohnprojekt glücklich wurde.
Mit Schweizer Architektur verbindet man gemeinhin Namen weltbekannter Architekten wie Mario Botta, Peter Zumthor oder Herzog & de Meuron und ihre ikonischen Bauten. Dieses Buch stellt jedoch nicht schöne Villen oder prestigeträchtige Projekte wie beispielsweise Museen in den Mittelpunkt, sondern das Phänomen des genossenschaftlichen Bauens in der Schweiz und insbesondere in der Stadt Zürich.
In den letzten 15 Jahren veränderten sich solche Genossenschaftsprojekte deutlich. Dank Unterstützung durch Steuergelder und mit innovationsfördernden Wettbewerben entwickelten sich in Zürich Wohnformen, die einen grossen Einfluss auf die Stadt und das urbane Leben haben. Diese Bauten können als vorbildhafte Modelle dienen, wie das weltweit stetig steigende Bedürfnis nach städtischem Wohnraum zu befriedigen ist.
Seit Jahren steigen Mieten und Wohnungspreise – vor allem in wachsenden Städten und Regionen Deutschlands. Günstiger Wohnraum wird zunehmend knapp und gerade untere und mittlere Einkommensgruppen sind von hohen Wohnkosten belastet.
Der Band bringt gestalterische, gesellschaftliche und politische Lösungsansätze in einen Dialog. Die Beiträge erkunden die Gründe für die Wiederkehr der Wohnungsfrage und stellen Strategien vor, mit denen bezahlbarer Wohnraum für alle geschaffen werden kann. Akteure aus Wissenschaft, Praxis, Politik und sozialen Bewegungen finden hier aktuelle Perspektiven auf ein drängendes urbanes Problem.
Die gemeinschaftlichen Wohnprojekte, die in diesem Buch behandelt werden, wollen keine alternativen Modelle in selbstbezogenen, homogenen Gemeinschaften mehr sein. Nicht Abschließung, sondern Öffnung ist die neue Qualität dieser Pionierprojekte gemeinschaftlichen Wohnens und Lebens. Sie wollen individuelles Leben ermöglichen, aber auch neue Formen der Gemeinschaft.
Das Buch beleuchtet jene Fragen, die sich alle Interessierten stellen sollten, bevor sie Entscheidungen zu Ort und Art der Baugruppe, zum Gebäude und zur Finanzierung treffen. Architekten und Planer erhalten mit diesem Buch Einblick in die Entscheidungsprozesse innerhalb der Gruppen, woraus sich Empfehlungen für den Umgang mit Baugruppen sowie Planungsstrategien ableiten lassen.
In: Nachrichten Magazin der Akademie für Raumforschung und Landesplanung 46 (1), S. 9–12
Wohnen ist nicht nur eine Frage der Unterbringung, sondern ein Recht, das grundlegend für gesellschaftliche Teilhabe ist. Es gilt, Ideen und Strategien zu entwickeln, wie alle Menschen in das Leben von Städten, Kommunen und Quartieren integriert werden können. Es gilt, Orte und Visionen zu schaffen, die den Menschen über das physische Ankommen hinaus Chancen und Weiterkommen eröffnen.
Die hochschulübergreifende Initiative Home not Shelter! hat diese Aufgabenstellung aus der Perspektive von Architektur und Stadtplanung bearbeitet und Raumkonzepte entwickelt, die den komplexen Anforderungen einer zunehmend diversen Gesellschaft gerecht werden sollen. Exemplarisch stand dabei die Frage im Mittelpunkt, ob gemeinschaftliche Wohnformen von Flüchtlingen und Studierenden sowie hybride Typologien solche neuartigen Räume im Sinne einer Open City sein können.
Mit den Neuen Standards plädieren zehn Architekten dafür, die vermeintliche Sicherheit technischer Standards gegen die Chance auf eine Qualitätsdiskussion einzutauschen. Neue Standards stehen für ein Wohnen, das sich auf Essenzielles besinnt und reich an Atmosphäre ist, für ein flächenkompaktes Wohnen und für ein Wohnen mit anpassungsfähigen Raumstrukturen. Wie Wohnen weiterhin leistbar bleibt, wie Menschen am Werden ihrer Stadt teilhaben können, sind ebenso Themen wie Dichte als Möglichkeit für städtisches Leben.
WeiterWohnen gibt anhand von 16 beispielhaften Lösungen von Innen, Außen und Stadträumen, die im Rahmen des Architekturpreises „Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen 2014“ prämiert wurden, nützliche Anregungen für Neubau wie auch Umbau oder Sanierung. Begleitende Texte beleuchten den aktuellen Diskurs zum Thema Wohnungsbau aus verschiedenen Perspektiven.
»Wunschmaschine Wohnanlage« entwirft ein konkretes räumlich-soziales Prinzip zur funktionalen Nachverdichtung von 46 Großwohnanlagen die sich im Eigentum der Stadt Wien befinden, jeweils mehr als 500 Wohneinheiten umfassen und im Wohlfahrtsstaat zwischen 1950 und 1980 errichtet wurden.
Die Hypothese der Studie ist, dass wenn die Arbeit verschwindet, auch die Urbanität verloren geht. Die untersuchten Wohnanlagen sind gebaute Bilder der Vorstellung von Reproduktion in der Wohlfahrtsgesellschaft vis-à-vis der Industrie, der Produktion, der Administration und dem Handel. Sie explizieren das sozial-liberale Paradigma des Wohlfahrtstaates, das wesentlich auf Wachstumsökonomie und Automatisierung basierte, Wohnungsraum für alle bereitstellen wollte und die Freizeitgesellschaft in Aussicht stellte. Die städtebauliche Doktrin folgte der funktionalen Trennung von Produktion und Reproduktion wie sie in der Charta von Athen (1943) formuliert war. Eine Evaluierung und Revision durch ein Weiterbauen der Großwohnanlagen, wie sie in »Wunschmaschine Wohnanlage« vorgestellt wird, muss gerade an der funktionalen Trennung von Produktion und Reproduktion ansetzen.
Der Titel »Wunschmaschine« nimmt direkt Bezug auf die Gesellschaftskritik wie sie von Gilles Deleuze und Felix Guattari im Rekurs auf das psychoanalytische Konzept des Unbewussten formuliert wurde. Die Bücher »Anti-Oedipus« (1974) und Tausend »Plateaus« (1980) wandten sich gegen die Formalisierung der Welt, wie sie sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs insbesondere durch das Gedankenmodell der Kybernetik verbreitet. Das kybernetisch-liberale Axiom der Zählung endet schlussendlich in der totalen Quantifizierung und Ökonomisierung aller Lebensbereiche, das sich heute am Besten in der zunehmenden Verwendung von Algorithmen darstellen lässt.
In der Studie wird die Wunschmaschine als ein Zukunftsmodell des verdichteten, dynamischen Wohnens und Arbeitens konzipiert, um die ganze unkontrollierbare Wunschproduktion der Bewohner/innen zu aktivieren, sich also von der Formalisierung der Welt und ihrer Regierungsformen, die sich gerade im Wohnungsbau spiegelt, zumindest ein Stück weit zu lösen.
Quelle: Website Sonderzahl (https://sonderzahl.at/product/wunschmaschine-wohnanlage/)
Wie und warum bauen und wohnen immer mehr Menschen in Gemeinschaft? Welche Ausprägungen dieses Phänomens existieren und was können Architektur und Baukultur in diesem Zusammenhang leisten? Das Buch zeigt 26 in Deutschland und überwiegend im europäischen Ausland realisierte Bauten, die als Baugruppenprojekte, von Genossenschaften oder Wohnungsbaugesellschaften errichtet wurden und Antwort auf diese Fragen geben.
Bauträgerpublikation zur geförderten Bestandssanierung mit Teilabbrüchen, Aufstockung und Verwandlung zweier benachbarter Gründerzeithäuser in Wien 15 zu einem begrüntem Objekt für eine neue Gemeinschaft aus alter und neuer BewohnerInnenschaft mit Wohngruppe und sozialer Einrichtung, Coverbild und Fotos von Sonja Stepanek
Um einen Einblick in die Praxis und die Herausforderungen und Potenziale gemeinschaftlichen Bauens und Wohnens zu bekommen, haben wir die Workshopreihe „Gemeinsam Bauen und Wohnen in der Praxis“ ins Leben gerufen. In der Publikation befindet sich eine ausführliche Dokumentation der ersten neun Workshops mit vielen Hintergrundinformationen.
Der Leitfaden für Gruppenwohnprojekte als das bundesdeutsche Standardwerk über und für Wohnprojekte und Baugemeinschaften in überarbeiteter und neu gefasster Ausgabe. Bauen und Leben in der Gemeinschaft stellt für immer mehr Menschen eine erstrebenswerte Art des Zusammenlebens dar. Gesellschaftliche Strukturen werden komplizierter, die Arbeitswelt organisiert sich komplexer – in solchen Zeiten kann die Gruppe und das gemeinschaftliche Bauprojekt eine persönliche Sicherheit im Lebensumfeld darstellen.
Der Leitfaden richtet sich an alle Menschen, die Interesse an dieser Art des Wohnens, des Bauens und des Realisierens von Projekten haben. Er richtet sich an Laien. Selbstverständlich ist er auch geeignet, Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planer, Projektsteuerinnen und Projektsteuerer und Finanzierungsberaterinnen und Finanzierungsberater über die Wege und die Möglichkeiten von Wohnprojekten aufzuklären. Er soll dazu dienen, die Chancen aber auch die Barrieren bei der Projektrealisierung frühzeitig zu erkennen, um Projektideen noch besser realisieren zu können.
Das Buch verbindet die Elemente eines Architekturbuchs mit sozialwissenschaftlichen Analysen: Eine Plansammlung vom Masterplan über Wohnungsgrundrisse bis hin zu ausgewählten Details dokumentiert die realisierten Bauten. Des Weiteren erläutern die beteiligten Architekten, Fachplaner, Genossenschaftler und Fachleute ihre Erfahrungen und geben Einblick in die genossenschaftlichen und planerischen Hintergründe. Sie zeigen, wie sich diese vorbildliche Arealentwicklung in den Diskurs und die Realität des aktuellen Städtebaus einordnet. Über dies diskutieren sie, wie durch städtebauliche Planung eine zukunftsfähige Stadtentwicklung möglich ist.
2. Aufl.
Eva Wonneberger interviewt Bewohner von bestehenden, generationsübergreifenden Gemeinschafts-Wohnmodellen zu ihren Erfahrungen. Dabei zeigen sich auch die Möglichkeiten und Eindrücke eines reinen Senioren-Wohnens im Sinne von „Grau ist Bunt“. Zu Wort kommen außerdem Menschen vor der Entstehung von durchgrünten Ökosiedlungen mit ihren Wünschen und Motivationen.
In: Susanne Heeg und Marit Rosol (Hrsg.): Gebaute Umwelt. Aktuelle stadtpolitische Konflikte in Frankfurt am Main und Offenbach. Unter Mitarbeit von Susanne Heeg und Marit Rosol.
Die Studie widmet sich der Frage, welche Rolle gemeinschaftliche Wohnformen bei einer altersgerechten Quartiersentwicklung spielen können bzw. inwiefern gemeinschaftliche Wohnformen als Instrument für eine altersgerechte Quartiersentwicklung eingesetzt werden können. Als Fallbeispiel dient die Hausgemeinschaft „Gemeinsam statt einsam. Generationswohnen in Arnstadt-Ost“.
Gemeinsames Interesse: Attraktive Wohnungsbestände, die Mieter langfristig binden, sind ein genuines Interesse der Wohnungswirtschaft. Ältere Menschen wiederum wollen auch bei eingeschränkter Mobilität oder Gesundheit möglichst lange selbstbestimmt in eigenen Räumen leben. Eine aktive, hilfsbereite Nachbarschaft entspricht dem Wunsch nach bedarfsgerechter, individueller Unterstützung in unmittelbarer Nähe. Wohn- und Nachbarschaftskonzepte wie das gemeinschaftliche Wohnen bieten deutliche Mehrwerte für alle Beteiligten, denn im Verbund mit professionellen Dienstleistungen werden tragfähige soziale Netzwerke mobilisiert, die auch bei zunehmender Hilfs- oder Pflegebedürftigkeit bezahlbar bleiben. Gemeinschaftswohnprojekte decken damit – weit über die rein altersgerechte Bestandssanierung hinaus – soziale und wirtschaftliche Bedürfnisse ab und schaffen für altersgleiche wie altersgemischte Gemeinschaften neue Lebensqualitäten, wie sie rein professionelle Angebote nicht anbieten können.
Zugl.: Dresden, Techn. Univ., Diss., 2012
Bauträgerpublikation zur geförderten Bestandssanierung, Aufstockung und Umbau eines alten Wiener Vorstadthauses aus der Vorgründerzeit, mit Geschichten rund um das Haus, seine BewohnerInnen einst und jetzt und die Neubelebung durch die Wohngruppe 50+, mit Fotos von Sonja Stepanek u.a.
Die Publikation stellt Projekte der letzten Jahre aus Japan vor, die auf die Frage nach neuen Wohnformen Antworten geben. Die Architekten entwickeln Lösungen, in denen die Bewohner zusammenleben, ohne sich zu viel Nähe aufzuzwingen. Die vorgestellten Wohnungstypen und ihre Anordnung erlauben vielfältige Lebensmodelle. Besonders spannend ist dabei der Umgang mit den Zwischenräumen, mit denen ein gradueller Übergang vom öffentlichen zum privaten Raum möglich wird – eine Art zu bauen, die nach Ansicht von Experten die westliche Wohnarchitektur revolutionieren könnte. Die Publikation veranschaulicht diese neuen Formen des Bauens und Wohnens an herausragenden japanischen Beispielen, unter anderem von Shigeru Ban, Sou Fujimoto oder Akihisa Hirata.
In: Jana Rückert-John (Hrsg.): Soziale Innovation und Nachhaltigkeit. Perspektiven sozialen Wandels.
In: Silke Helfrich und Heinrich-Böll-Stiftung (Hrsg.): Commons. Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat
In: Zeitschrift für Sozialreform (ZSR) 58 (Heft 1), S. 59–82
In: Widersprüche: Zeitschrift für sozialistische Politik im Bildungs-, Gesundheits- und Sozialbereich
Die Publikation „Neues Wohnen in der Stadt“ stellt anhand zahlreicher Beispiele die Vielfalt und Qualität innerstädtischen Wohnens vor. Dabei handelt es sich zum Teil um die Ergebnisse des von der Wüstenrot Stiftung ausgelobten Gestaltungspreises „Neues Wohnen in der Stadt“. Ergänzende Beiträge sowie ein internationaler Überblick runden die Publikation ab.
Das Buch richtet sich an die wichtigsten Partner für ein entstehendes Wohnprojekt: Finanzierungsinstitute, Wohnungswirtschaft und die zukünftigen Bewohner. Die Beiträge befassen sich mit allen wichtigen Aspekten bei der erfolgreichen Umsetzung dieser zukunftsorientierten Wohnform und bieten Information und Unterstützung für einen Einstieg in den Markt des gemeinschaftlichen Wohnens.
In: Sozialer Fortschritt (11), S. 264–271.
In: Blätter für deutsche und internationale Politik 3, S. 107–115.
In: Politische Ökologie (119), S. 49–51.
Dissertation. Unter Mitarbeit von Paul Reuber
In: Sozialwissenschaften und Berufspraxis (SuB) 2/2008 (31), S. 337–349.
Zugl.: Hannover, Univ., Diss., 2005 u.d.T.: Krosse, Susanne: Wenn ich unser Projekt herzeig‘.
Dortmunder Beiträge zur Raumplanung
2., korr. Aufl. Weinheim
Erstmals im deutschsprachigen Raum bietet dieses Handbuch eine systematische Dokumentation und Aufarbeitung der Erfahrungen mit Mitbestimmung bei der Planung, Bau und Verwaltung von Wohnhäusern und Siedlungen, von den ersten Projekten ab Mitte der 60er Jahre bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts.